Standortauswahl

Die Auswahl der Standorte für die Boden-Dauerbeobachtung folgt festgelegten Kriterien. Diese soll gewährleisten, dass die Boden-Dauerbeobachtungsflächen in charakteristischen Landschaften liegen sowie typische Böden und Nutzungen abdecken. Sofern keine spezielle Fragestellung vorliegt, sollten unbelastete, bzw. ubiquitär belastete Regionen ausgewählt werden. Gestützt auf Expertenwissen und unter Berücksichtigung der oben aufgeführten Kriterien erfolgte in Thüringen von 1992 bis 1999 die Auswahl der Standorte. Gleichzeitig wurden auch gezielt BDF (sog. Sonder-BDF) in Gebieten mit bekannten stofflichen Belastungen eingerichtet. Im Jahr 2000 wurde eine Repräsentanzanalyse durchgeführt, mit deren Hilfe die Standortauswahl durch objektivierte Verfahren der Flächenauswahl ersetzt wurde.

Standortdokumentation

Die Standortdokumentation gibt mit Hilfe der Indexkarte und einem Kartenausschnitt der Topographischen Karte im Maßstab 1 : 100 000 (TK 100) einen räumlichen Überblick über die Lage der BDF in Thüringen. Gleichzeitig erfolgt eine Zuordnung zu den räumlichen Einheiten der Bodenlandschaft, der Bodengeologie und der Geologie.

Die Klimadaten stammen aus Klimakarten des Deutschen Wetterdienstes, die im Rahmen des Forschungsvorhabens REKLI der TLUG "Aufbau einer Klimadatenbank und Regionale Klimadiagnose für Thüringen 2003" erstellt wurden. Die jährliche Niederschlagssumme sowie die Jahresmitteltemperatur wurden aus dem langjährigen Mittel der Jahre 1961 - 1990 abgeleitet.

Die beschriebene Bodenlandschaft (BL) bezieht sich auf die Bodenübersichtskarte von Thüringen (SCHRAMM et al. (1997): Atlas der Schwermetallgehalte Thüringer Böden 1 : 400 000; Weimar). Hierbei handelt es sich um eine vereinfachte Version, der in der Geologie von Thüringen (SEIDEL, G. 1995) publizierten Karte.

Die Bodengeologische Zuordnung basiert auf den Leitbodenformen der Bodengeologischen Übersichtskarte Thüringens im Maßstab 1 : 100 000. Für den jeweiligen Standort wurden aus den "Leitbodenformen Thüringens" (Rau et al. 1995), die Beschreibung der Leitbodenform sowie das dazugehörige Symbol und die Übersetzung in die Nomenklatur nach KA 4 übernommen.

Die geologische Zuordnung, welche die Stratigraphie, deren Kürzel und die Petrographie beinhaltet, stammt aus der Geologischen Übersichtskarte von Thüringen im Maßstab 1 : 200 000 (TLUG 2003).

Die Profilbeschreibung dokumentiert anhand eines Profilfotos (Copyright TLUBN) und einer verkürzten Leitprofilbeschreibung nach Bodenkundlicher Kartieranleitung 4. Auflage (KA 4), die jeweilige BDF. Sie umfasst Daten zur bodensystematischen und substratsystematischen Einheit. Für die Horizonte werden neben den Tiefenangaben und den Horizontsymbolen die Bodenart, der Skelettanteil in Vol. %, das Ausgangsgestein, der Humusgehalt, die Lagerungsdichte, der Carbonatgehalt und die Hydromorphiemerkmale beschrieben. Die Profilbeschreibung entspricht weitgehend den original Geländeansprachen der jeweiligen Kartierer und können daher durchaus Abweichungen zu den Analysenergebnissen aufweisen.

Die in den Blättern 1 bis 3 dokumentierten Analysenergebnisse der BDF stammen aus der Ersteinrichtung der jeweiligen Standorte. Die analysierten Proben wurden am Leitprofil entnommen. Die zugrunde liegenden Analysenmethoden sind im Einleitungsbericht bereits beschrieben (TLUG 2006:14 -16).

Im Blatt 1: Chemische Kenndaten / Bodenart, werden die den Standort charakterisierenden chemischen Standardparameter und die Korngrößenverteilung sowohl als Graphik im Tiefenverlauf, als auch in tabellarischer Form dargestellt. Die Analysenergebnisse jeder einzelnen Beprobungstiefe werden dokumentiert.

Blatt 2: Kenndaten zum Wasser- und Lufthaushalt fasst die wichtigsten Ergebnisse der Bodenphysik zusammen. Hier finden sich die Daten zum Wasser- und Lufthaushalt der jeweiligen Standorte. Neben der Dokumentation der Messwerte, erfolgt eine Einstufung nach KA5, sowie die graphische Umsetzung der Porengrößenverteilung des Gesamtporenvolumens. Dort, wo aufgrund des hohen Skelettgehaltes oder auch der Geringmächtigkeit von Horizonten, keine Stechzylinderbeprobung durchgeführt werden konnte, fehlen die Daten. Grundsätzlich wurden mindestens 6 Stechzylinder a 250 cm³ pro Horizont vertikal entnommen. In die Auswertungstabelle gingen pro Horizont der arithmetische, bzw. für den Kf-Wert der geometrische Mittelwert ein.

Diese Seite teilen:

Das Thüringer Umweltministerium in den sozialen Netzwerken: