Altbergbau

Das Bundesberggesetz (BBergG) gilt grundsätzlich nur für laufenden Bergbau. § 69 Abs. 2 BBergG bestimmt, dass die Bergaufsicht  nach der Durchführung des Abschlussbetriebs-planes oder entsprechender Anordnungen der zuständigen Behörde zu dem Zeitpunkt endet, in dem nach allgemeiner Erfahrung nicht mehr damit zu rechnen ist, dass durch den Betrieb Gefahren eintreten werden. Die Bergaufsicht lebt auch nicht wieder auf, wenn wider Erwarten doch noch Gefahren aus dem Betrieb eintreten. Ist die Bergaufsicht über einen Betrieb beendet, werden eventuelle Hinterlassenschaften des Betriebes damit zu Altbergbau. Dieser Begriff wird für bergbauliche Hinterlassenschaften verwendet, die aus dem Regelungsbereich des BBergG herausgefallen sind. Thüringen hat für den Altbergbau mit dem „Thüringer Gesetz über die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung in Objekten des Altbergbaus und in unterirdischen Hohlräumen“ (ThürABbUHG) seit 2002 eine Spezialregelung getroffen, die dem TLUBN als zuständige Behörde nach dem Gesetz die Aufgabe der Abwehr von Gefahren aus solchen Anlagen überträgt.

Seit dem frühen Mittelalter wurden durch Bergleute im Thüringer Raum umfangreiche tagesnahe Abbauhohlräume hergestellt. Diese haben bis heute Auswirkungen auf die Sicherheit an der Tagesoberfläche. In den alten Bergrevieren wurden weiterhin tausende, nicht risskundige, bis ca. 30 m tiefe Schächte hinterlassen, die sich heute als Mulden im Gelände zeigen. Viele bleiben aber auch unsichtbar und zeigen sich erst im Einbruchsfall. Neben diesen ältesten Objekten gibt es in Thüringen seit dem Beginn der berggesetzlich vorgeschriebenen Pflicht zur Risswerkführung ab dem 17. Jahrhundert noch ca. 5.000 bekannte Altbergbauanlagen.

Als „Altbergbau“ bezeichnet man diejenigen Erkundungs- und Gewinnungsbetriebe, die nicht dem Bundesberggesetz unterliegen. Dieser historische Bergbau ist in vielen Fällen ohne Eigentümer oder Rechtsnachfolger. Betroffen davon sind teilweise ganze Ortschaften im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt und im Thüringer Wald, unter denen im Mittelalter Bergbau umging.  Bis 1865 stand auch der Braunkohlentiefbau im Landkreis Altenburger Land nicht unter der Aufsicht einer Bergbehörde. Dieser Grundeigentümerbergbau wurde ungeordnet verlassen. Tagesnahe Hohlräume blieben zurück, über denen in Unkenntnis der Situation, Siedlungen errichtet wurden.

Dem TLUBN unterliegt kraft ThürABbUHG auch die Aufgabe zur Gefahrerforschung und zur Gefahrenabwehr im Altbergbau. Zu den Aufgaben des TLUBN zählt die Erkundung von Altbergbauanlagen, und auch von Gefahren, die von anderen künstlichen Hohlräumen ausgehen und ggf. die Anordnung an den jeweiligen Verantwortlichen zur Beseitigung der Gefahr.

Weiterhin bewirtschaftet das TLUBN Mittel des Freistaates zur Beseitigung von Gefahren, die aus rechtsträgerlosem Altbergbau für öffentliche Flächen bzw. Einrichtungen entstehen.

Für notwendige Sicherungsarbeiten im Altbergbau stellt der Freistaat Thüringen jährlich bis 3,5 Mio € in seinen Haushalt ein. Diese Mittel werden vom TLUBN verwaltet, reichen in der Regel aber meist nicht aus. Es treten pro Jahr mehr neue Altbergbauschäden auf, als saniert werden können.

Präventive Altbergbausicherung wird nach Prioritätenliste betrieben. Ausführende sind eine Bergsicherungsfirma und drei Ingenieurbüros, die nach einer europaweiten Ausschreibung mit Dreijahresverträgen im Auftrag des TLUBN operativ und planerisch tätig werden.

Karte der Altbergbaureviere Thüringens
Karte der Altbergbaureviere Thüringens
Gesicherte Abbauhohlräume des alten Eisenerzbergbaues unter der Ortslage Kamsdorf
Gesicherte Abbauhohlräume des alten Eisenerzbergbaues unter der Ortslage Kamsdorf

Diese Seite teilen:

Das Thüringer Umweltministerium in den sozialen Netzwerken: