Gewinnung

Gewinnung von Kalisalzen

Im Kalibergwerk Unterbreizbach werden seit den frühen 1900er Jahren untertägig Kalisalze gewonnen. Es ist heute Teil des Verbundwerkes Werra der K+S KALI GmbH welches aus den hessischen Bergwerken und Aufbereitungsfabriken zusammengelegt ist. Die Grube Unterbreizbach befindet sich im südwestlichen Teil des Wartburgkreises im Freistaat Thüringen.

Hauptziel der bergmännischen Gewinnung ist der Abbau von Kalisalzen aus der Werra-Formation des Zechsteins. Die Werraformation weist im Gewinnungsgebiet Gesamtmächtigkeiten von 200 bis 370 m, in einer Teufenlage von 520 bis 1130 m auf.

In der Grube Unterbreizbach werden auf 2 Sohlen das Kaliflöz Hessen (1. Sohle) und das Kaliflöz Thüringen (2. Sohle) bergmännisch gewonnen.

Das Kaliflöz Hessen ist überwiegend ein Hartsalz, vorrangig gebildet aus Steinsalz (NaCl), Sylvin (KCl) und Kieserit (MgSO4•H2O) mit carnallitischen (Steinsalz + Carnallit (KMgCl3·6H2O)) und sylvinitischen (Steinsalz + Sylvinit) Begleitflözen im Hangenden. Die Mächtigkeiten betragen durchschnittlich 2 bis 4 m.

Das Kaliflöz Thüringen, welches in Unterbreizbach das Hauptflöz darstellt, ist überwiegend sylvinitisch ausgebildet. Neben Sylvinit tritt aber auch Carnallitit auf. Diese carnalitischen Bereiche weisen in Form von Anstauungen teilweise Mächtigkeiten von über 60 m auf. Insgesamt hat das Flöz Thüringen Mächtigkeiten zwischen 3 und 15 m.

Vergesellschaftung von weißem Sylvin mit gelbem Carnallit an der Oberkante des Kaliflözes Thüringen, Grube Unterbreizbach (Quelle: K+S KALI GmbH)

In Bereich von Störungszonen und in der Nähe von Basaltgängen, welche durch den Vulkanismus in der Rhön geprägt wurden, tritt ein sog. Umwandlungssylvinit mit teilweise sehr hohen Gehalten an K2O auf. Neben der Umwandlung von Sylvit bewirkt der Vulkanismus auch einen Imprägnation der Lagerstätte mit CO2.

Das Grubenfeld ist in sich geschlossen und umfasst auf der 1. Sohle eine Fläche ca. 21 km² und auf der 2. Sohle eine Fläche von ca. 37 km².

Die Abbauverfahren in Unterbreizbach sind vielseitig und der Ausbildung der Lagerstätte angepasst. Das Hauptabbauverfahren ist dabei der Kammer-Pfeiler-Bau. Daneben werden die Carnallititanstauungen durch sog. Kuppenabbau gewonnen. Weiterhin werden in Unterbreizbach Bereiche mit hohen Kaligehalten mittels sekundärer und tertiäre Gewinnungsverfahren unter Verwendung von Versatz auch noch die Pfeiler des Kammer-Pfeilerbaus rückgewonnen. Alle Abbauverfahren unterteilen sich dabei nochmal in Verfahren ohne CO2- und mit CO2-Imprägnierung.

Steinsalzgewinnung im Bergwerk Sondershausen

Die GSES GmbH ist im Besitz der Bewilligungen in den Gewinnungsfeldern „Am Frauenberg“ und „Wippertal“ Steinsalz auf der Grundlage dieser Bergbauberechtigungen Aufzusuchen und zu Gewinnen.

Abgebaut wird das Steinsalz der Staßfurt-Formation. Die Teufe des gegenwärtigen Areals zur Steinsalzgewinnung liegt bei ca. 730 Meter. Die Mächtigkeit des Steinsalzes beträgt im Minimum 40 Meter im Maximum bis 82 m. Die durch Erkundungsbohrungen nachgewiesene Mächtigkeit des bauwürdigen Steinsalzes beträgt zwischen 6 m und 30 m im Maximum.

Die Steinsalzgewinnung wird in die Auffahrung der langlebigen Grubenbaue (Strecken für Fahrung und Bandförderung) und in die Gewinnungsgrubenbaue unterteilt.

Die Gewinnung erfolgt im Kammer-Pfeiler-Bau. Nach dem Abbau werden nicht mehr benötigte Grubenbaue mit Salzrückständen aus der Aufbereitungsanlage verfüllt.

Das Steinsalz wird konventionell mittels Bohr- und Sprengtechnologie gewonnen, mit dem Lade- und Transportfahrzeug (LTF) zur Kippstelle (Brecheranlage mit Bandaufgabe) gefördert und dort vorzerkleinert. Die Sicherung der Firste der Grubenbaue erfolgt mittels Ankerausbau nach vorheriger Beraubearbeit.

Über eine Bandanlage gelangt das geförderte Steinsalz in die ebenfalls unter Tage befindliche Aufbereitungsanlage. In der Aufbereitungsanlage wird das Steinsalz weiter zerkleinert und in Streusalz für den Straßenwinterdienst, zertifiziertes Futtermittelsalz sowie untergeordnet in weitere Feinsalzprodukte klassiert.

Im Jahr 2016 wurde in einem begrenzten Feld des Steinsalzrevier mit Abbauversuchen zur Optimierung der Steinsalzgewinnung (nachträgliches Strossen der Sohle) begonnen und diese erfolgreich ausgeführt. Diese Grubenbaue werden unmittelbar im Anschluss an die Gewinnung wieder mit Salzrückständen aus der Aufbereitungsanlage verfüllt.

Gewinnung von Dolomit

Am Standort Caaschwitz / Seifartsdorf existiert eine hochwertige, tagesnahe Dolomitlagerstätte. Dolomit ist ein Karbonat-Gestein welches vor allem aus dem gleichnamigen Mineral Dolomit (CaCO3 • MgCO3) besteht. Verarbeiteter Dolomit dient neben vielen anderen Anwendungen z.B. als Zuschlagsstoff in der Bauwirtschaft, als Spezialdünger für die Forst- und Landwirtschaft oder als Sinterdolomit und gebrannter Dolomit in der Metallurgie.

Der Abbau von Dolomit am Standort Caaschwitz begann im Jahr 1961 in einem Tagebau, seit 1993 durch die Firma Wünschendorfer Dolomitwerk GmbH. Ab Mitte des Jahres 2015 waren die tagesnah im Tagebau gewinnbaren Vorräte erschöpft. Auf Grund der zunehmenden Überdeckung in südwestlicher Richtung, entschied das Unternehmen vom Tagebaubetrieb auf Tiefbau mittels einer Stollenanlage überzugehen. Hier liegt der Dolomit in einer Tiefe von über 90 m unter der Tagesoberfläche. Dieses Tiefbaufeld, das sog. Tiefbaufeld „Lerchenberg“ mit einer Gesamtfläche von ca. 2,8 km², bildete die weitere Grundlage für die Gewinnung und Verarbeitung von Dolomit in der Region. Die nutzbaren Vorräte betragen nach jetzigem Stand ca. 23 Mio. t Dolomit, was nach derzeitiger Planung einer perspektivisch Gewinnung von ca. 38 Jahre ermöglicht.

Beginnend ab den dem Jahr 2010 mit konkreten Planungen und ab dem Jahr 2013 mit dem Neuaufschluss des Tiefbaufeldes „Lerchenberg“ erfolgte somit der schrittweise Übergang vom Tagebau in den Tiefbau. Dabei wurde aus dem bestehenden Tagebau das neue Tiefbaufeld mittels eines ca. 700 m langen Hauptstollen angefahren. Der Abbau des Dolomits erfolgt mittels Bohren und Sprengen im sog. Kammer-Pfeiler-Abbau.

Untertägige Anhydritgewinnung

Das Bewilligungsfeld Krölpa-Nord der maxit Baustoffwerke GmbH umfasst 200 ha und erstreckt sich westlich der Ortslage Pößneck und östlich der Ortslage Krölpa, etwa 200m nördlich der Bundesstraße 281 durchschnittlich 1,5 km nach Norden. Der südliche Teil des Bewilligungsfeldes wird vom Bergwerkseigentum „Gips Krölpa“ überdeckt. Beide Felder liegen im Saale-Orla-Kreis.

Die Lagerstätte ist sedimentären Ursprungs und gehört stratigraphisch zum ältesten Salinarzyklus des Zechsteins (Werraanhydrit). Der Lagerstättenkörper ist als flach (2….8̊) nach NW fallende Platte mit 40 bis 60 m Mächtigkeit ausgebildet.

Anhydrit wurde im Bewilligungsfeld Krölpa-Nord bereits seit Ende der 1940er Jahre bis 1963 untertägig gewonnen und zu Anhydritbinder verarbeitet. In diesem Zeitraum wurde die Lagerstätte über 2 Stollen aufgeschlossen (Stollen 1 bereits 1944/1945). Derzeit sind 4 Stollenmundlöcher als Zugänge zum Grubenfeld vorhanden, wobei Stollen 4 als Zugangsstollen genutzt wird. Die Stollenmundlöcher liegen alle innerhalb des Tagebaugeländes.

Der Abbau erfolgt im Kammer-Pfeiler-Bau und ist nach NW ausgerichtet. Zunächst wurde in der Anhydritlagerstätte nur eine untere Sohle, mit Abbauhöhen von 8 m, aufgefahren. Um die durch diese Verfahrensweise enormen Vorratsverluste zu verringern, wurden die Gewinnungsarbeiten auf eine zweite, obere Sohle ausgedehnt. Die Jahresproduktion liegt durchschnittlich bei 50 – 60 kt.

Gewinnung von Flußspat

Die Fluß- und Schwerspat Lagerstätte Ilmenau-Gehren ist eine hydrothermale Ganglagerstätte. Die Lagerstätte ist an eine überregionale Störungsstruktur, die Floßberg-Stechberg-Störungszone zwischen Ilmenau und Möhrenbach gebunden. Die Störungsstruktur lässt sich auf einer Länge von ca. 8 km verfolgen ist auf ca. 5,5 km Mit Flußspat (CaF2) und Schwerspat (BaSO4) mineralisiert. Als Nebenminerale treten neben Calzit und Quarz noch Mangan sowie Kupfererze auf. Die Ganglagerstätte kann in mehrere Reviere unterteilt werden, ist teilweise bis in Tiefen von 400m unter der Tagesoberfläche mineralisiert und zeigt bei max. Mächtigkeiten von 25 eine Durchschnittliche Mächtigkeit von 2,5 m bis 3 m.

Der Abbau von Flußspat erfolgte ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des 2. Weltkriegs durch zahlreiche Gewerke. Das gewonnene Material wurde zu Stück- oder Mahlspat aufbereitet und hauptsächlich als Flussmittel zur Senkung der Schmelztemperatur in der Glas- und Metallindustrie eingesetzt. Nach dem 2. Weltkrieg erfolgte der Abbau dann durch ein staatliches Unternehmen entlang der gesamten Lagerstätte. Zwischen 1950 und 1991 wurden auf dem Floßberg-Stechberg-Gangzug 2,9 Mio. Tonnen Erz gefördert und zu ca. 1,1 Mio. Tonnen Fluorprodukten aufbereitet. Hauptabnehmer waren die Flußsäure- und Stahlindustrie.

Im Jahr 2004 erwarb deutsche Fluorchemie Gruppe mit ihren Tochterunternehmen Phönix Fluß- und Schwerspat-Bergbau GmbH und Mitteldeutsche Fluorit GmbH das Bergwerkseigentum am Floßberggangzug bei Ilmenau. Von 2005 bis 2009 wurden bergmännischen Arbeiten zum Neuaufschluss und zur Erkundung der Lagestätte durchgeführt. Mit der Verschlechterung des gesamtwirtschaftlichen Umfeldes im Zug der Finanzkrise wurden die bergmännischen Arbeiten 2009 gestundet.

Derzeit ist der Betrieb weiterhin gestundet.

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